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Bielefelder Rotkreuz-Stiftung




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Kinderpatenschaft Burkina Faso

Die Bielefelder Rotkreuzstiftung unterstützt das Projekt Kinderpatenschaft des Jugendrotkreuzes Westfalen-Lippe mit dem Verein AGIRE in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt.

 


Die Kinderpatenschaft

Für nur 206 € pro Kind und Jahr erhalten die vom Projekt betreuten Kinder notwendige Schulmaterialien, Kleidung und Nahrung und eine Gesundheitsbetreuung. 

Zwischen dem „Paten“ und dem Kind steht nur das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe (als Übersetzer und Vermittler) und Herrn Louis Zoungrana und seine Mitstreiter (als Bote, Betreuer) mehr Menschen nicht! Jeder Cent der Patenschaft kommt bei AGIRE an und damit dem Kind zu Gute. Ab September 2009 wird das Jugendrotkreuz über das Programm „weltwärts“ junge Freiwillige für jeweils ein Jahr in das Projekt entsenden. Hierdurch soll ein noch engerer Kontakt zwischen Paten und Patenkind entstehen.  

Bereits jetzt werden dem Paten auch die Schulergebnisse der Kinder mitgeteilt. Dieses soll beide Seiten helfen sich besser zu verstehen. Ob das Kind von AGIRE gefördert wird, hängt aber nicht von seinen Leistungen ab; es darf z.B. auch Klassen wiederholen. Aber es (bzw. seine Eltern) ist verpflichtet, regelmäßig zur Schule zu gehen und die Hausaufgaben zu machen und sich für seine Verhältnisse genügend anzustrengen. Bei Schulverweigerern wird geguckt, wie sie wieder zum Schulbesuch motiviert werden können, sonst werden sie aus dem Programm ausgeschlossen.

 


Patenschaften

Die Bielefelder Rotkreuz-Stiftung und die Mitglieder der Verwaltung des DRK im Kreisverband Bielefeld haben die Patenschaft für Marius Rouamba aus Poédogo und Jérémie Kaboré aus Pousghin übernommen.

Lesen Sie auch die Patenbriefe

 


AGIRE

Association "Agir Ensemble" (Verein Zusammen handeln) oder kurz: "AGIRE" ein Patenschaftsprojekt für bedürftige burkinische Kinder.  

AGIRE, ein junger, überschaubarer und ehrenamtlicher Verein, hat sich zum Ziel gesetzt, 35 bedürftigen burkinischen Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen, um ihnen einen Ausbruch aus dem Teufelskreis der Armut zu ermöglichen. Die Kinder haben meist einen Elternteil verloren, sind Waisen oder haben eine Behinderung. Manche leben in ihren Herkunftsfamilien, andere bei Verwandten. Sie leben in und um Ouagadougou herum und gehen zu sechs verschiedenen Schulen. Der „Luxus“ eines Schulbesuchs wäre ihnen nicht möglich und so müssten sie schon früh auf dem Feld oder als Handlanger zum Familieneinkommen beitragen oder landen auf der Straße. Dank einer Patenschaft wird das Kind ernährt, bekleidet, verpflegt und mit den nötigen Schulmaterialien ausgestattet. So kann es die Schule besuchen. AGIRE arbeitet mit den Schulen, Familien und örtlichen Sozialträgern eng zusammen. Unterstützt werden Waisen, Halbwaisen, behinderte Kinder, Kinder aus wirtschaftlich bedürftigen Familien mit mehr als 5 Kindern oder Kindern von Eltern, die behindert oder krank sind.  

Der Leiter des Projekts, Louis Zoungrana, ist dem Jugendrotkreuz seit langem persönlich bekannt. Da besteht keine Gefahr, dass Spendengeldern in dubiosen Kanälen versickern.

 


Allgemeines

Zur allgemeinen Lage in Burkina Faso:

Burkina Faso gehört weiterhin zu den fünf ärmsten Ländern der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze von 1,25 US$ pro Tag; somit bleibt die Armut der bestimmende Faktor im Leben vieler Burkinabè.

Das Land besitzt kaum Bodenschätze, seine wirtschaftliche Entwicklung hängt im Wesentlichen von den Beiträgen der Landwirtschaft (Baumwolle als Hauptexportprodukt) und der Viehzucht ab. Im Jahr 2005 lebten in Burkina Faso 13,2 Millionen Menschen, das Bevölkerungswachstum liegt jährlich bei 3,1 Prozent. Etwa die Hälfte der burkinischen Einwohner ist jünger als 15 Jahre

Die Regierung von Präsident Compaoré wird dafür kritisiert, dass sie die Armut nicht entschieden genug bekämpft hat. Obwohl eine neureiche Oberschicht heranwachsen konnte, gibt es nach einem Vierteljahrhundert unter Compaoré keine nennenswerten Verbesserungen im Gesundheits-, Ernährungs- und Bildungswesen sowie bei allen Indikatoren für Armut. Während zur Zeit Sankaras (1983-87) der soziale Ausgleich, Eigenproduktion, Umwelt, sozialer Wohnungsbau, Gesundheit und Ernährung, Frauenrechte und vor allem Bildung als Gegenstand grundlegender Umgestaltung im Interesse innenpolitischer Anstrengungen standen, haben alle sozialen Themen innerhalb der Politik Compaorés an Gewicht und Dynamik verloren.

Während die Basisgesundheitsversorgung weiterhin ohne nötigste Medikamente und Ausstattung bleibt, entstehen in der Hauptstadt immer mehr hochmoderne Kliniken, deren Behandlungen für kaum 2 % aller Burkinabè erschwinglich sind.

Insbesondere konnte auch nach 25 Jahren unter Compaoré die Quote der Analphabeten nicht wirklich gesenkt werden. Das Niveau des Unterrichts, die Ausstattung der Schulen sowie die Disziplin der Lehrer haben sich unter Compaoré dramatisch verschlechtert. Der Neubau von Schulen – in der großen Mehrheit aus externen Mitteln – kann lediglich mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten. Die geringen Anstrengungen der Regierenden in diesem Sektor lassen sich dadurch erklären, dass sie bei Wahlen von der mangelnden Bildung des Volkes profitieren.

(Quelle: http://liportal.giz.de/burkina-faso.html)

 


Das Schulsystem in Burkina Faso

Dieses ist an das französische System (ehemalige Kolonialmacht) angelehnt. Es gibt eine Schulpflicht, die aber nicht durchgesetzt werden kann. Die Grundschule dauert 6 Jahre, die Kinder werden mit 7 Jahren eingeschult. Das Schuljahr besteht aus drei Teilen: Oktober – Dezember, Januar – März und April - Juni, den drei Trimestern. Die Kinder werden nach Rangfolgen ihrer Leistung gemäß in der Klasse eingestuft. Es gibt die Noten von 1-10, wobei 10 die beste Note ist.  

Nach der Grundschule oder nach der anschließenden vierstufige Mittelschule beginnt der Jugendliche mit einer Berufausbildung, die aber weniger formalisiert ist als bei uns und deutlich kürzer ist. Oft wird nur ein „learning by doing“ angeboten. Berufsschulen sind selten und kosten Schulgeld. Das dreistufige Gymnasium endet mit dem Abitur, danach kommt ggf. ein Studium an der Uni in Betracht, deren Qualität aber derzeit zu wünschen übrig lässt. Oder ein Auslandsstudium. Dies natürlich nur für begüterte Familien oder wenige begabte Stipendiaten.

 


Die Praxis

Es ist kein böser Wille, dass Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schicken, sondern sie brauchen als kleine Bauern oder Handwerker jede helfende Hand zu Hause oder auf dem Feld, um das (Über-)Lebensminimum heranzuschaffen. Die Kinder müssen früh auf ihre kleinen Geschwister aufpassen oder im Haushalt mithelfen (Wasser vom Brunnen holen, Hirse stampfen, waschen, kochen...), auf dem Feld mitarbeiten (alles per Hand) oder die Felderträge auf dem Markt verkaufen – wenn was übrig bleibt. Das Leben ohne Strom oder Wasserleitung ist viel mühseliger und anstrengender als wir uns das hier inmitten von Waschmaschinen, Spülmaschinen, Toiletten und Mikrowellen vorstellen können. Sicher, hier in Deutschland gibt es auch noch immer zu viele Menschen, die in relativer Armut leben und deshalb am Rande unserer Gesellschaft stehen.  

Mit dem bloßen Nichts in Afrika ist dies aber nicht zu vergleichen. – Dennoch: Die Menschen in Burkina jammern nicht den ganzen Tag ob ihres harten Lebens, sondern es gibt viel Fröhlichkeit, Gelassenheit und Lebensfreude, von der wir uns in Deutschland bestimmt eine Scheibe abschneiden könnten.

 


Warum unterstützen wir das Projekt?

Und warum wirbt bei solch eklatanten Problemen das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe für ein Kinderpatenschaftsprojekt?

Sicherlich ist die Unterstützung durch (noch dazu so kleine) Patenprojekte aus Europa für die Bildung burkinischer Kinder weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein und nur eine von vielen Möglichkeiten, sinnvoll in einem Land des globalen Südens zu helfen. Für uns zählt im Rahmen des Kinderpatenschaftsprojektes AGIRE gerade die individuelle Hilfe für einzelne Menschen, die aufgrund ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage ansonsten nur wenig Unterstützung bekommen und nicht das mit dem gleichen Geld vielleicht mögliche Bauprojekt! (Wer sich dafür interessiert: Im Rahmen unserer Partnerschaft mit dem Burkinischen Roten Kreuz beteiligen wir uns auch an Bauprojekten, für die wir noch Unterstützer suchen!)

Dass dieses Patenprojekt nicht von uns initiiert, sondern von uns bekannten und vertrauenswürdigen burkinischen Bürgern seit 2006 organisiert und durchgeführt wird, lässt uns hoffen, dennoch das Richtige/Angemessene (oder wenigstens etwas Richtiges…) zu tun. Diesen 44 (ab Herbst 2013 sind es wohl wieder 45) Kindern soll durch den Zugang zur Bildung ein besserer Start in ein wirtschaftlich unabhängigeres Leben möglich werden, als es ihren Eltern vergönnt war. Und zu hören, dass das Patenkind mittlerweile nach der Pflichtschulzeit auf eine weiterführende Schule geht, darf Sie auch etwas stolz machen!

Sie als Paten helfen uns seit 2006 dabei, mit 206 € pro Jahr und Kind die Arbeit von AGIRE vor Ort möglich zu machen! Dafür danken wir Ihnen wieder einmal von Herzen! Sollten Sie bereit sein, auch im Schuljahr 2013/14 Ihr Patenkind zu unterstützen – worüber wir uns sehr freuen würden –, so senden Sie uns bitte beiliegende Rückmeldung per E-Mail oder Brief bis zum 30.09.2013 zurück. Sie bekommen dann im Nachgang von uns eine aktualisierte Patenurkunde.

Für Verbesserungsvorschläge und Anregungen sowie Fragen stehen wir Ihnen nach wie vor gerne zur Verfügung.

Ihr Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe

Anke Benthaus-Reichstein und Gisbert Kunze

 


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